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📢 Kommandos & Befehle

Kommandos und Befehle dienen dazu, Bewegungen und Handlungen einer Einheit schnell, eindeutig und koordiniert zu steuern.

Jede Soldatin und jeder Soldat muss die grundlegenden Kommandos kennen und unmittelbar umsetzen können.


Ein erteilter Befehl wird:

gehört → verstanden → umgesetzt

Dabei gilt:

  • Befehle aufmerksam aufnehmen.
  • Nicht während einer Befehlsausgabe unnötig sprechen.
  • Befehle unmittelbar umsetzen.
  • Ist ein Befehl nicht verstanden worden, wird nachgefragt.
  • Unklarheiten werden nach Möglichkeit vor der Durchführung geklärt.
  • Änderungen eines bestehenden Befehls müssen eindeutig weitergegeben werden.
  • Die bestehende Befehlskette wird eingehalten.
  • Eigenmächtige Abweichungen sind zu vermeiden.

Ändert sich die Lage unerwartet, muss innerhalb des bestehenden Auftrags zweckmäßig gehandelt und die zuständige Führung informiert werden.


„Marsch“ bedeutet:

  • Bewegung aufnehmen.
  • normales Bewegungstempo.
  • Formation halten.
  • Abstände einhalten.
  • zugewiesenen Sicherungsbereich beobachten.
  • Verbindung zu benachbarten Kräften halten.

Die Bewegung erfolgt geordnet und entsprechend der befohlenen Formation.


„Marsch, Marsch“ bedeutet:

  • schnelle Bewegung beziehungsweise Laufschritt aufnehmen.
  • Anschluss an die eigene Einheit halten.
  • Bewegungsrichtung beibehalten.
  • trotz erhöhtem Tempo auf Gelände und eigene Kräfte achten.

Das Kommando wird insbesondere verwendet, wenn ein Bereich schnell überwunden oder eine Position zügig erreicht werden muss.


„Trupp Halt“ bedeutet:

  • Bewegung einstellen.
  • geeignete Position einnehmen.
  • Umgebung beobachten.
  • zugewiesenen Sicherungsbereich übernehmen.
  • auf weitere Befehle vorbereitet bleiben.

Ein Halt bedeutet nicht, dass die Sicherung endet.

HALT = BEWEGUNG ENDET – SICHERUNG BEGINNT BEZIEHUNGSWEISE BLEIBT BESTEHEN.

„Vorne kürzer“ wird verwendet, wenn innerhalb einer Formation zu große Abstände entstanden sind.

Die vorderen Kräfte:

  • reduzieren ihre Geschwindigkeit.
  • verkürzen die entstandenen Abstände.
  • ermöglichen den hinteren Kräften das Aufschließen.

Dabei wird nicht vollständig angehalten, sofern dies nicht zusätzlich befohlen wird.

Sobald die Formation wieder hergestellt ist, wird das normale Bewegungstempo fortgesetzt.


„Stellung“ bedeutet:

  • unverzüglich geeignete Deckung beziehungsweise Kampfstellung einnehmen.
  • Gefechtsbereitschaft herstellen.
  • den zugewiesenen Sicherungs- oder Wirkungsbereich übernehmen.
  • Umgebung beobachten.
  • Verbindung zur eigenen Einheit halten.

Die Stellung wird entsprechend der Lage gewählt.

Dabei werden insbesondere berücksichtigt:

  • Deckung.
  • Sicht.
  • Wirkungsbereich.
  • Gelände.
  • Position eigener Kräfte.
  • erwartete Feindrichtung.

„Aufsitzen“ bedeutet, dass die zugewiesenen Kräfte geordnet in das vorgesehene Fahrzeug einsteigen.

Vorher müssen nach Möglichkeit bekannt sein:

  • Fahrzeug.
  • Sitz- beziehungsweise Besatzungsposition.
  • Fahrer.
  • Schütze beziehungsweise Waffenbediener.
  • Führung.
  • Funkverbindung.

Noch nicht aufgesessene Kräfte sichern während des Vorgangs Fahrzeug und Umgebung.

Nach vollständigem Aufsitzen wird die Bereitschaft gemeldet:

„Alle aufgesessen.“

beziehungsweise:

„Fahrzeug bereit.“

Die detaillierten Abläufe werden im Bereich Fahrzeugbesatzung behandelt.


„Absitzen“ bedeutet, das Fahrzeug geordnet beziehungsweise bei unmittelbarer Gefahr schnell zu verlassen.

Nach dem Absitzen:

  • vom Fahrzeug lösen.
  • geeignete Deckung suchen.
  • zugewiesenen Sicherungsbereich übernehmen.
  • befohlene Formation herstellen.
  • Verbindung zur eigenen Führung halten.

Vor einer geplanten Verlegung sollte bereits festgelegt sein, wie und in welche Richtung nach dem Absitzen gesichert wird.

Bei unmittelbarer Gefechtslage besitzt das schnelle Herstellen von Sicherung und Gefechtsbereitschaft Priorität.

Im Gefecht müssen Kommandos besonders kurz und eindeutig sein.

Sie können beispielsweise betreffen:

  • Feuer eröffnen.
  • Feuer einstellen.
  • Zielwechsel.
  • Stellungswechsel.
  • Vorrücken.
  • Ausweichen.
  • Sammeln.
  • Deckung.
  • Rauch einsetzen.
  • Verwundete bergen.
  • Aufsitzen oder Absitzen.

Lange Erklärungen werden während unmittelbarer Feindeinwirkung vermieden.

Die Führung gibt das notwendige Kommando und ergänzt weitere Informationen, sobald die Lage dies zulässt.


Der Feuerstatus legt fest, unter welchen Bedingungen die eigene Bewaffnung eingesetzt werden darf.

  • Feuer auf eindeutig bestätigte feindliche Ziele ist freigegeben.
  • Freund-Feind-Erkennung bleibt zwingend erforderlich.
  • Feuer wird weiterhin kontrolliert und zielgerichtet geführt.
  • Munitionsdisziplin bleibt bestehen.

Feuer frei bedeutet nicht unkontrolliertes Feuer.

  • Waffen werden entsprechend der Lage feuerbereit gehalten.
  • Ziele werden beobachtet und eindeutig identifiziert.
  • Feuer erfolgt auf entsprechenden Befehl beziehungsweise nach den für den Auftrag festgelegten Bedingungen.
  • Bei unmittelbarer eigener Bedrohung wird entsprechend der Lage reagiert.
  • Feuer wird eingestellt.
  • Keine eigenmächtige Schussabgabe.
  • Waffen werden entsprechend der Lage gesichert beziehungsweise kontrolliert gehalten.
  • Erneute Feuereröffnung erfolgt nach entsprechender Freigabe oder bei unmittelbarer Notwendigkeit zur Abwehr einer akuten Bedrohung.

Änderungen des Feuerstatus werden eindeutig angesagt und innerhalb der Einheit weitergegeben.

Beispiele:

„Feuerstatus Grün.“
„Feuerstatus Gelb.“
„Feuerstatus Rot – Feuer einstellen.“

Jede Soldatin und jeder Soldat ist dafür verantwortlich, den aktuell befohlenen Feuerstatus zu kennen.

Unabhängig vom Feuerstatus gilt:

  • eigene und verbündete Kräfte beachten.
  • Ziele eindeutig identifizieren.
  • Wirkungsbereich beachten.
  • unnötigen Munitionsverbrauch vermeiden.
  • Befehle der zuständigen Führung beachten.

Kommandos funktionieren nur, wenn sie einheitlich verstanden und unmittelbar umgesetzt werden.

Deshalb werden festgelegte Begriffe nicht eigenmächtig verändert oder mit unnötigen Formulierungen erweitert.

BEFEHL HÖREN – VERSTEHEN – UMSETZEN – SICHERN.